Buchholz, Jarasch und die Kirche: Ein fragwürdiges Verhältnis zu reaktionären Islamverständnissen

Wer einen Blick in die Geschichte linker Bewegungen wirft, wird zwangsläufig mit der Religionskritik von Karl Marx konfrontiert sein. Als einflussreichster Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus betonte Marx die Religionskritik als elementares Fundament seiner Gesellschaftsvorstellungen und schlussfolgerte daraus, dass »die Kritik der Religion zur Kritik der Erde, der sozialen Zustände werden müsse«. Aufbauend darauf entwickelten sich bedeutende linke Strukturen als antiklerikale Interessengemeinschaften, die sich vor allem in Fundamentalopposition zum politischen Einfluss der großen Kirchen verstanden. Diese grundsätzliche Opposition scheint in einflussreichen Kreisen der Partei DIE LINKE und der links-liberalen Grünen heute mehr denn je in Frage zu stehen. Zwei der bekanntesten Gesichter, die dabei für eine Annährung ihrer Parteien an die Kirche stehen, sind Christine Buchholz und Bettina Jarasch. Weiterlesen „Buchholz, Jarasch und die Kirche: Ein fragwürdiges Verhältnis zu reaktionären Islamverständnissen“

Aufruf zum Erhalt des Niederrhein-Kollegs

Wer im Ruhrgebiet sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholt, findet seit über 50 Jahren einen Platz am Niederrhein-Kolleg (NRK) in Oberhausen-Dümpten. Als ältestes Kolleg Nordrhein-Westfalens bietet das NRK nicht nur Schulunterricht, sondern auch die Möglichkeit, für kleines Geld ein Zimmer im eigenen Wohnheim anzumieten. Doch damit soll nun Schluss sein, denn die Landesregierung in Düsseldorf hat beschlossen, das NRK zum 31. Juli 2023 aufgrund eines Defizits bei den Anmeldezahlen zu schließen. Wo die schwarz-gelbe Regierung wohl vor allem wirtschaftliche Aspekte sieht, könnte Oberhausen einen einzigartigen Bildungsstandort verlieren, der über Generationen das Versprechen einlöste, jedem Menschen eine zweite Chance zu geben, um den höchsten Schulabschluss zu erreichen. Weiterlesen „Aufruf zum Erhalt des Niederrhein-Kollegs“

Solidarität mit Ben Salomo

Seitdem der jüdische Rapper Ben Salomo im Frühjahr 2019 sein neues Buch »Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens« veröffentlicht hat, wird im Deutschrap wieder darüber gestritten, ob die Szene ein Antisemitismus-Problem hat. Salomo klagt Teile der Szene an, antisemitische Stereotype und Hass auf Israel zu propagieren, ohne dabei nennenswerten Widerstand in den eigenen Reihen befürchten zu müssen. Dies habe ihn schlussendlich dazu bewogen, der Szene den Rücken zu kehren. Da er auch Rapper konkret beim Namen nennt, fühlen sich einige Protagonisten seit Wochen dazu berufen, eine aggressive Kampagne zu führen, um sich selbst von den Vorwürfen freizusprechen. Unabhängig der Bewertung dieser Konflikte scheint vielen Beteiligten nicht klar zu sein, dass Salomo antisemitische Weltbilder kritisiert, die über Jahre in verschiedensten Kreisen der Szene gewachsen sind und zahllose Rap-Fans in ihrer Sozialisation begleitet haben. Weiterlesen „Solidarität mit Ben Salomo“

Hassliebe: Warum ich trotz Tiefschlägen nicht mit der Linken brechen werde

»Gedanken leben ebenso von der Bestätigung wie vom Widerspruch«

Als ich mich letztes Jahr mit Journalist Martin Niewendick unterhielt, fand dieser es bemerkenswert, dass ich immer noch Hoffnung in eine Linke setze, die nicht nur beim Thema Antisemitismus bewiesen hätte, keine Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit zu haben. Zu eklatant scheinen der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis, zwischen Potential und ernüchternder Realität. Eine Realität, die mir gerade mit Blick auf die Linkspartei schlaflose Nächte beschert hat. Weiterlesen „Hassliebe: Warum ich trotz Tiefschlägen nicht mit der Linken brechen werde“

Legalistische Islamisten instrumentalisieren geltendes Recht

Anders als Dschihadisten nutzen legalistische Islamisten gekonnt Gesetze und juristische Grauzonen, um sich Einfluss und Sichtbarkeit in Demokratien zu verschaffen. Insbesondere die Etablierung protoislamistischer Aktivist*innen in Teilen der Antirassismus-Bewegung kann als strategischer Meisterzug in der Moderne verstanden werden. Aber auch da, wo westliche Demokratien beispielsweise Privilegien der Kirche aufrechterhalten, stoßen legalistische Islamisten Grundsatzfragen an, die sie für ihre letztlich totalitären Gesellschaftsvorstellungen zu instrumentalisieren wissen. Weiterlesen „Legalistische Islamisten instrumentalisieren geltendes Recht“

Natürlich haben viele Linke zum Islamismus geschwiegen

Am 16. Oktober 2020 enthauptete ein Islamist in einem Pariser Vorort den Lehrer Samuel Paty auf offener Straße, nachdem dieser in seinem Unterricht die bekannten Mohammed-Karikaturen behandelt hatte. Inzwischen zählt Frankreich in den letzten Jahren mehr als 250 Opfer islamistischer Terroranschläge. Der brutale Mord an Paty hat auch in Deutschland ein großes Medienecho erzeugt. Neu ist hingegen, dass sich auch vermehrt Politiker*innen aus dem linken und sozialdemokratischen Spektrum zum Islamismus äußern und öffentlich anmahnen, dass Linke sich endlich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen sollten. Weiterlesen „Natürlich haben viele Linke zum Islamismus geschwiegen“

Was uns die Kandidatur Wisslers über Die Linke verrät

Am 4. September 2020 hat Hessens Linken-Fraktionschefin, Janine Wissler, offiziell die Bewerbung für den Bundesvorsitz ihrer Partei verkündet. Unterstützung bekommt sie dabei erwartungsgemäß von ihrem Landesverband:

»Auf Bitten von Janine Wissler hat der Landesvorstand gestern kurzfristig in einer Sondersitzung über ihre Bewerbung zur Parteivorsitzenden beraten und einmütig große Rückendeckung signalisiert“, erklären Petra Heimer und Jan Schalauske, Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE Hessen. « LH, 10.09.2020 Weiterlesen „Was uns die Kandidatur Wisslers über Die Linke verrät“

Wie Azad und Torch mein Leben beeinflussten

Auch wenn die Politik heute mein größtes Interesse weckt, so war ich bis vor wenigen Jahren noch ein klassischer Hip Hop-Nerd, der mehr Zeit damit verbrachte, Samples und Textpassagen zu analysieren, statt sich auf die Schule und den Beruf zu konzentrieren. Hip Hop war für mich nie nur eine Musikrichtung, er ist Teil meiner Persönlichkeit und Identität. In diesem Atemzug möchte ich mich vor zwei Rap-Alben verneigen, die mich und meine Jugend beispielhaft beeinflusst haben. Weiterlesen „Wie Azad und Torch mein Leben beeinflussten“

Erdoğan und die Inkompetenz Haldenwangs

Der Verfassungsschutz der Bundesrepublik Deutschland steht seit Jahren in der Kritik. Ob es dabei nun um die ungeklärte Rolle diverser V-Männer im NSU-Prozess geht oder die zweifelhafte Einstellung des Geheimdienstes zur linken Szene, immer wieder fragen sich die Menschen, wer am Ende des Tages wirklich vom Schutz der Sicherheitsbehörde in Köln profitiert. Dabei scheint man nicht nur auf dem rechten Auge zeitweilig eine Sehschwäche zu haben, auch mit Blick auf die islamistische Szene gibt es spätestens seit dem Fall »Anis Amri« mehr Fragen als Antworten. Weiterlesen „Erdoğan und die Inkompetenz Haldenwangs“

Die Nebelkerzen des Tarek Baé

Das marx21-nahe Internet-Portal »Die Freiheitsliebe« hat sich mit dem Journalisten Tarek Baé getroffen, um über die Kritik an Moscheeverbänden und die daran gekoppelte Berichterstattung in deutschen Medien zu sprechen. Im Interview geht es auch um das Verhältnis Baés zur AKP-nahen SETA-Stiftung und den islamischen Dachverbänden, wobei Baè die DITIB-Moschee am Berliner Columbiadamm als »Teil seines Lebens« beschreibt. Weiterlesen „Die Nebelkerzen des Tarek Baé“

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